Kategorie: Therapie und Diagnose

Eine Untersuchung von Blasengewebe zeigte Unterschiede zwischen Hunner-IC und nicht Hunner-IC

In dieser Studie untersuchten Wissenschaftler sehr genau Blasengewebe von IC Patienten um Unterschiede auf zellulärer Ebene zwischen Hunner-IC und nicht Hunner-IC zu ermitteln. Hunner-IC ist die nicht so verbreitete Variante der IC, die mit schweren Symptomen  einhergehen kann. Um Unterschiede herauszustellen, wurden Blasenwand-Biopsie-Proben von 14 Hunner-IC  Patienten und von 14 nicht Hunner-IC Patienten untersucht.  Wie erwartet zeigten die Hunner-IC Patienten einen signifikant erhöhten Schmerzlevel sowie eine geringere Blasenkapazität im Vergleich zu den nicht Hunner-IC Patienten. Es wurde bei Hunner-IC Patienten zudem festgestellt, dass vermehrt moderate bis starke Infiltrationen von eosinophilen Zellen zu finden sind, die an entzündlichen Prozessen beteiligt sind und zu den weißen Blutkörperchen gezählt werden. Zudem zeigte das Blasengewebe von Hunner-IC Patienten eine Abtragung oder einen kompletten Verlust der protektiven Oberflächengewebe. Außerdem konnte eine veränderte Expression von E-Cadherin und eine signifikant gesteigerte Expression von endothelial nitric oxide synthase gefunden werden. Vor allem die gesteigerte Expression von endothelial nitric oxide synthase soll dabei eine entscheidende Rolle spielen ob eine Hunner-IC oder eine nicht Hunner IC ausgebildet wird.

Quelle: Jhang JF, Hsu YH, Kuo HC. Urothelial Functional Protein and Sensory Receptors in Patients with Interstitial Cystitis/Bladder Pain Syndrome with and Without Hunner’s Lesion. Urology. 2016 Aug 26. pii: S0090-4295(16)30542-8. doi: 10.1016/j.urology.2016.08.029. [Epub ahead of print]

Frauen mittleren Alters mit IC haben ein erhöhtes Risiko für eine Hysterektomie

Hysterektomie stellt eine der letzten Behandlungsmethoden bei Becken Schmerz Patienten dar. Der Erfolg dieser Behandlung ist vom Pateinten abhängig. Um zu untersuchen ob IC Patienten häufiger von dieser Operation betroffen sind als andere Patienten wurden die Datenbanken von Versicherungen analysiert. Um dies zu evaluieren wurden Unterlagen von weiblichen IC Pateinten analysiert, welche zwischen 2002-2013 die Diagnose IC erhielten und im folgendem eine Hysterektomie erhielten. Zum Vergleich wurden Daten von Frauen mit gleichem demografischem Hintergrund ohne IC Diagnose herangezogen. Die Patienten beider Gruppen wurden dabei in drei Kategorien unterteilt (jung, mittleren Alters, alt). Bei der Analyse der Daten, stellte sich heraus, dass IC Patienten mittleren Alters doppelt so häufig eine Hysterektomie erhielten im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Hysterektomie wurde dabei meist drei Jahre nach Diagnose Stellung durchgeführt. Diese Daten sind sehr wichtig, da bei IC Patienten die Symptome oft mit anderen Erkrankungen korrelieren was zu einer unangebrachten Hysterektomie führt. Um diese Operation zu vermeiden ist es sehr wichtig potentielle IC Patienten genau zu evaluieren um eine zweckwidrige Behandlung zu unterbinden.

Neurologische Messungen könnten neue Wege zur Verfügung stellen, die eine Unterscheidung von IC und anderen Erkrankungen ermöglichen

In dieser Studie wurde untersucht, inwiefern die so gennannte sensorische Hyperinnervation als Marker zur Identifizierung von IC genutzt werden kann und inwiefern sich diese Messungen bei IC Patienten von den Messungen Patienten anderer Erkrankungen unterscheiden. Dazu wurden Biopsien von IC Patienten beider Typen, Pateinten der OAB und gesunden Individuen untersucht. Dabei wurden die sensorische Hyperinnervation und die Expression des nerve growth factors (NGF) gemessen. Es gelang hierbei die IC von der OAB auf Grund von Messung der sensorischer Hyperinnervation, NGF Färbung und Evaluation von Leukozyten im Blut sowie die Integrität der Blasenschleimhaut zu unterscheiden. Die Benutzung dieser Kriterien zur Diagnose der IC könnte Behandelnden Therapeuten helfen die Erkrankung im frühen Krankheitsverlauf zu identifizieren und somit eine schnelle Behandlung einzuleiten um eine Verschlimmerung der Symptomatik zu verhindern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu unterbinden.

Quelle: Regauer S, Gamper M, Fehr MK, Viereck V. Sensory hyperinnervation distinguishes bladder pain syndrome/interstitial cystitis from overactive bladder syndrome. J Urol. 2016 Jul 1. pii: S0022-5347(16)30759-5. doi: 10.1016/j.juro.2016.06.089. [Epub ahead of print]

Bei IC Patienten, welche eine Zystektomie hatten, ist es nicht immer notwendig auch eine Harnröhren Entfernung vorzunehmen

Eine Zystektomie ist eine Operation bei der die Harnblase entfernt wird. Diese Behandlung wird bei IC Patienten durchgeführt, welche nicht auf eine konservative Behandlung ansprechen. Diese Art der Behandlung ist bei 80% der Patienten effektiv. Einer neuen Studie zu Folge ist eine Entfernung der Harnröhre nicht unbedingt ein notwendiger Bestandteil der Zystektomie, da das Symptom Schmerz sowohl bei Patienten mit oder ohne zusätzlicher Entfernung der Harnröhre wieder auftreten kann. Zudem waren die Operationszeiten sowie die Krankenhausaufenthalte der Patienten mit zusätzlicher Harnröhren Entfernung länger als bei Patienten, welche nur eine Zystektomie aufweisen. Außerdem berichten Patienten, die eine Zystektomie erhielten von einer Verringerung der Miktion was ebenfalls zu einer Verbesserung der Lebensqualität führt. Aus diesem Grund kamen die Verfasser dieser Studie zu dem Entschluss, dass eine Harnröhren Entfernung nicht als grundsätzliche Option in Betracht gezogen werden muss, wenn eine Zystektomie durchgeführt wird. Um diese Erkenntnis abzusichern sind jedoch weitere Langzeitstudien in Bezug auf den Erfolg dieser Behandlung notwendig.

Quelle: Yang TX, Luo DY, Li H, Wang KJ, Shen H. Is Urethrectomy Necessary during Cystectomy in Patients with Interstitial Cystitis/Bladder Pain Syndrome? Urology. 2016 Jul 13. pii: S0090-4295(16)30394-6. doi: 10.1016/j.urology.2016.07.003. [Epub ahead of print]

Trotz eindeutiger Symptome, wie erhöhtem Harndrang, Dringlichkeit und Schmerzen beim Wasser lassen kommt es häufig noch zu Fehldiagosen bei IC

Eine Studie mit 100 weiblichen IC Patienten sollte Aufschluss über die Symptome geben, welche in frühen Stadien der IC zu beobachten sind, um den betroffenen Personen schneller eine dem Krankheitsbild entsprechenden Behandlung zu ermöglichen. Dazu füllten die 100Probandinen Fragebögen aus die anschließend analysiert wurden. Dabei stellte sich heraus, dass erhöhter Harndrang (81%) aber auch Dringlichkeit und Schmerzen beim Wasserlassen zu den ersten Symptomen gehören. Obwohl diese Symptome bei 81% der Patientinnen im Alter von 30 Jahren auf traten und bei 21% der Probandinnen in einem Kindheitsalter (Zehn und jünger), wurde die Diagnose IC meist erst in einem Alter von 40 Jahren gestellt. Dies zeigt, dass es bezüglich dieser Erkrankung eine Wissenslücke bei den behandelnden Ärzten gibt, welche durch eine bessere Informationspolitik verringert werden kann. Dies würde zum einen den Patienten eine schnellere und effektivere Behandlung der Symptome ermöglichen und zum anderen auch Behandlungskosten sparen.

Quelle: Parsons CL. How does interstitial cystitis begin? Transl Androl Urol. 2015 Dec;4(6):605-10. doi: 10.3978/j.issn.2223-4683.2015.11.02

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Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

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