Kategorie: Forschung und Entwicklung

Neurologische Studien zeigen neue Einblicke wie Frauen mit IC Blasenempfindungen entwickeln

In kürzlich veröffentlichten Studien konnte gezeigt werden, dass gesunde Menschen bei einem schmerzhaften Stimulus eine erhöhte Durchblutung in bestimmten Gehirnarealen zeigen. Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Folge zeigen weibliche IC Patienten bei erhöhtem Blasenempfinden einen veränderten zerebralen Blutfluss. Die Studie umfasst elf IC Patientinnen bei denen drei Gehirn-Scans durchgeführt wurden: Ein Scan mit voller Blase, ein Scan mit entleerter Blase und ein Scan unter Hitze induziertem Schmerz. Zum Vergleich wurde diese Untersuchung unter gleichen Konditionen bei elf gesunden Probanden durchgeführt. Bei einer gefüllten Blase konnte bei IC Patienten beobachtet werden, dass eine erhöhte Durchblutung in Gehirnarealen, welche mit Schmerz, Emotion und motorischer Kontrolle in Verbindung stehen, stattfindet. Im Kontrast dazu konnte bei IC Patienten für die beiden anderen Konditionen keine großen Unterschiede bei der Gehirndurchblutung im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet werden. Diese Unterschiede in der Durchblutung bei gefüllter Blase zeigen, dass IC Patienten Blasenempfindungen anders verarbeiten als gesunde Menschen. Diese Ergebnisse könnten Wissenschaftlern helfen ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln wie und warum Frauen mit IC Schmerz empfinden.

Quelle: Deutsch G, Deshpande H, Frölich MA2, Lai HH, Ness TJ. Bladder Distension Increases Blood Flow in Pain Related Brain Structures in Subjects with Interstitial Cystitis. J Urol. 2016 Sep;196(3):902-10. doi: 10.1016/j.juro.2016.03.135. Epub 2016 Mar 24

Wissenschaftler konnten zwei mit Entzündungen in Beziehung stehende Gene identifizieren,  welche möglicherweise mit IC in Verbindung gebracht werden können

In einer Studie wurden zwei mit Entzündungen in Beziehung stehende Gene identifiziert, die bei Personen mit IC eine erhöhte Expression aufweisen. Diese Entdeckung kann neue Aspekte zur Behandlung der Erkrankung liefern. Die Unterschiede in der Expression der Gene wurde durch Analysen des Expressionsmusters von Blasen-Biopsien entdeckt. Die Wissenschaftler untersuchten dabei 15 Biopsien von IC-Patienten und 15 Biopsien von nicht Betroffenen Personen. Sie untersuchten dabei 96 Gene die mit Entzündungen in Verbindung gebracht werden und fanden eine Überexpression von FGF7 und CCL21, welche vermutlich an den klinischen Befunden beteiligt sind. Die Funktion der Gene wurde darauffolgend im Tiermodell getestet und das Gen CCL21 scheint dabei mit Blasenschmerzen in Verbindung zu stehen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass FGF7 und CCL21 vermutlich an der Entwicklung der IC beteiligt sind und erhoffen sich, basierend auf diesen Ergebnissen, mögliche  Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Quelle: Offiah I, Didangelos A, Dawes J, Cartwright R, Khullar V, Bradbury EJ, O’Sullivan S, Williams D, Chessell IP, Pallas K, Graham G, O’Reilly BA, McMahon SB. The Expression of Inflammatory Mediators in Bladder Pain Syndrome. Eur Urol. 2016 Aug;70(2):283-90. doi: 10.1016/j.eururo.2016.02.058. Epub 2016 Mar 7.

IP4IC – Entwicklung eines neuen IC Tests

Das Beaurmont Hospital- Royal Oak führt eine neue Studie zur Verbesserung der Diagnose  der interstitiellen Zystitis durch. Ziel ist es neue Biomarker zu bestimmen, welche möglicherweise in den Krankheitsverlauf involviert sind. Leider ist bis heute noch kein medizinischer Test zur schnellen Diagnose verfügbar. Innerhalb der Studie werden sowohl Urin Proben von betroffenen Personen als auch von nicht betroffenen Personen analysiert und somit auf potentielle Biomarker getestet. Wichtig dabei ist ein großer Stichprobenumfang, um die Ergebnisse zu verifizieren. Es werden in diesem Zusammenhang noch weitere männliche Probanden mit IC gesucht.  Durch diese Studie entsteht das Potential einen neuen nicht invasiven Test auf IC zu entwickeln, welcher eine schnellere Diagnose der interstitiellen Zystitis ermöglicht.

Quelle: Michael B. Chancellor, MD; IRB #2015-323 Study Title: Interstitial Cystitis Biomarker Development through Crowdsourcing

Teilnahme über www.ichelp.org möglich

Stammzelltherapie – Ein vielversprechender Ansatz bei zukünftiger IC Behandlung?

Die bisherigen Behandlungsmethoden, wie orale Medikation, Hydrodistention oder Blasen Instillationstherapien sind meist unbefriedigend für die meisten IC Patienten. Die Stammzelltherapie könnte möglicherweise einen neuen Behandlungsansatz darstellen, wie schon in verschiedenen Tierversuchen zu erkennen ist. Durch diese Therapie sollen die Symptome gelindert oder sogar reversibel gemacht werden. Ein Versuch an Ratten zeigte zudem, dass eine Kombinationsbehandlung mit Melatonin und Stammzellen einen besseren Schutz gegenüber IC darstellt als eine Einzelbehandlung.

Quelle: im A, Shin DM, Choo MS. Stem Cell Therapy for Interstitial Cystitis/Bladder Pain Syndrome. Curr Urol Rep. 2016 Jan;17(1):1. doi: 10.1007/s11934-015-0563-1

Anti-NGF-Therapie: Eine potentiell effektive Behandlung gegen Blasen Symptome?

Tierversuche an Ratten zeigten, dass eine Behandlung einer induzierten Colitis mit Antisense Oligonucleotiden gegen den „Nerve growth Factor“ (NGF) zu einer reduzierten Schmerzverhalten, Kontraktionsintervallen bei Stimulation und verminderten Expression des NGF in der Blase führt. Diese Antisence Therapie wird dabei über Liposome induziert, welche Medikamente und andere Substanzen effektive über den Blutkreislauf gezielt in Zellen transportiert. Eine Überexpression des NGF könnte möglicherweise in den Krankheitsverlauf der IC involviert sein. Diese Methode stellt somit eine potentielle Möglichkeit dar die Symptome der IC durch Repression des NGFs zu reduzieren.

Quelle: Kawamorita N, Yoshikawa S, Kashyap M, Tyagi P, Arai Y, Chancellor MB, Yoshimura N. Liposome-based Intravesical Therapy targeting Nerve Growth Factor (NGF) ameliorates Bladder Hypersensitivity in Rats with Experimental Colitis. J Urol. 2016 Jan 9. pii: S0022-5347(16)00009-4. doi: 10.1016/j.juro.2015.12.090.

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Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

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