Kategorie: Forschung und Entwicklung

Komplementäre und Alternative Medizin  können möglicherweise IC Symptome lindern, es sind jedoch mehr Studien zur Verifizierung nötig

Traditionelle chinesische Medizin, Quigong, Akkupunktur und andere komplementäre und alternativ medizinische Ansätze (CAM) können zusätzliche Linderung bei IC ermöglichen. Vorteilhaft bei diesen Arten der Behandlung ist, dass es sich um nicht invasive Eingriffe handelt. Dabei stehen meistens Kombinationstherapien im Vordergrund, die auch eine Ernährungsumstellung, die Benutzung von funktionellen Lebensmitteln und geistiges sowie körperliches Training in Bezug auf die Erkrankung beinhalten.

Quelle: Pang R, Ali A. The Chinese approach to complementary and alternative medicine treatment for interstitial cystitis/bladder pain syndrome. Transl Androl Urol. 2015 Dec;4(6):653-61. doi: 10.3978/j.issn.2223-4683.2015.08.10.

Stress-activated-phosphokinasen sind bei der Entwicklung von IC involviert

c-Jun N-terminale Kinasen/ Stress-activated-phosphokinasen sind häufig an entzündlichen Prozessen im Körper beteiligt. Dabei sind sie auf zellulärer Ebene an der Signaltransduktion beteiligt. Forscher fanden heraus, dass sowohl bei IC Patienten als auch im Tiermodell die Aktivität dieses Signalweges erhöht ist. Dabei konnte in Blasen Gewebeproben von Betroffenen der Signalweg identifiziert werden und mit  resultierenden  Entzündungen im Blasengewebe in Verbindung gebracht werden. Durch einen Stress-activated-phosphokinase Inhibitor (SP600125) konnte die Expression des Kinase-Systems vermindert werden, was in Tierversuchen einen protektiven Schutz gegen IC bestätigt. Diese Form von Therapie mit JKN Inhibitoren könnte somit in Zukunft auch eine effektive Anwendung für Betroffene darstellen.

Quelle: Zhao J, Wang L, Dong X, Hu X, Zhou L, Liu Q, Song B, Wu Q, Li L. The c-Jun N-terminal kinase (JNK) pathway is activated in human interstitial cystitis (IC) and rat protamine sulfate induced cystitis. Sci Rep. 2016 Feb 17;6:19670. doi: 10.1038/srep19670

Blasenschmerz ist mit Veränderungen in der Gehirn Funktion verbunden

In dieser Studie wurde die Aktivität verschiedener Gehirn Areale in Bezug auf den Zusammenhang mit Blasenschmerzen untersucht. Dabei wurde sowohl bei Betroffenen Patienten als auch im Tiermodell Untersuchungen zur Gehirn Aktivität vorgenommen. Dabei konnte erkannt werden, dass Thalamus, Hypothalamus, Amygdala, Cerebrale Cortex und andere Regionen betroffen sind. Bei einer Erkrankung kommt es zu funktionellen und molekularen Veränderungen in diesen Regionen. Basierend auf dieser Erkenntnis könnte der Übergang von akuter zu chronischer Erkrankung anhand von Aktivitätsveränderungen im Gehirn erkannt werden.

Quelle: Sadler KE, Kolber BJ. Urine trouble: Alterations in brain function associated with bladder pain. J Urol. 2016 Feb 20. pii: S0022-5347(16)00365-7. doi: 10.1016/j.juro.2015.10.198.

Neue Studie zur Schmerzweiterleitung zeigt neue Angriffspunkte zur Schmerzreduktion bei IC

Da Schmerzen in vielen Fällen der IC ein Hauptsymptom darstellen, ist es von großem Interesse die zellulären und molekularen Mechanismen der Schmerzweiterleitung zu identifizieren. In einer neu angelegten Studie wurden dabei herausgefunden, dass der Protease aktivierte Rezeptor 4 im Urothel maßgeblich an der Schmerz Entstehung beteiligt ist. Dies ist durch die Ausschüttung des Urothel Makrophagen Migration Inhibierenden Faktors (MIF) zu begründen. Des Weiteren wurde auch die Beteiligung des High mobility group box-1 (HMGB1) Proteins im klinischen IC Model entdeckt. In Tierversuchen konnte so nachgewiesen werden,  dass eine Blockierung des MIF und HMGB1 zu einer reduzierten Hypersensitivität der Blase und somit zu einer Schmerzreduktion führt. Diese beiden Angriffspunkte in der Schmerzkaskade könnten somit ein neues Ziel in der Behandlung von IC darstellen.

Quelle: Kouzoukas DE, Ma F, Meyer-Siegler KL, Westlund KN, Hunt DE, Vera PL. Protease-Activated Receptor 4 Induces Bladder Pain through High Mobility Group Box-1. PLoS One. 2016 Mar 24;11(3):e0152055. doi: 10.1371/journal.pone.0152055. eCollection 2016

Eine neue Studie zeigt den Zusammenhang zwischen Ketamin Missbrauch und Blasen Schäden

Ketamin induzierte Zystitis wird durch den Missbrauch der Droge Ketamin induziert. Das Ketamin verursacht dabei einen Programmierten Zelltod der Urothel Zellen und zerstört somit die Auskleidung der Blase indem die Schleimhaut zerstört wird. Verschiedenste Konzentrationen des Ketamins wirken dabei toxisch auf die Zellen des Urothels. Das Ketamin selbst und deren Stoffwechselprodukte sind dabei an der Zerstörung des schützenden Urothels beteiligt.  

Quelle: Baker SC, Shabir S, Georgopoulos NT, Southgate J. Ketamine-Induced Apoptosis in Normal Human Urothelial Cells: A Direct, N-Methyl-d-Aspartate Receptor-Independent Pathway Characterized by Mitochondrial Stress. Am J Pathol. 2016 Mar 16. pii: S0002-9440(16)00073-0. doi: 10.1016/j.ajpath.2015.12.014

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Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

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