ICA Forschungsberichte

Hier haben wir Ihnen eine Übersicht von Arbeiten und Veröffentlichungen zusammengestellt. Die einzelnen Berichte sind den Kategorien Forschung & Entwicklung sowie Therapie & Diagnose zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet.

Die Berichte sind so gruppiert, dass immer 5 Beiträge auf einer Seite angezeigt werden. Im unteren Teil der Seite können Sie die Titel der nächsten 5 Beiträge sehen und zu diesen weiterblättern.


 

Operationstechniken bei IC funktionieren besser, wenn sie mit einer Hydrodistention kombiniert werden

In dieser Studie testeten Wissenschaftler eine Operationstechnik, die transurethale Resektion genannt wird (TUR), bei Patienten mit ulzerativen IC. Sie wollten herausfinden, ob diese Technik eine bessere Wirksamkeit zeigt, wenn sie mit einer Hydrodistention kombiniert wird. Die Hydrodistention beschreibt, dabei eine Technik bei welcher die Blase mit Wasser gefüllt wird. Die Studie umfasste dabei 44 Patienten bei denen kürzlich eine IC diagnostiziert wurde. 22 der Probanden erhielten dabei eine transurethale Resektion  ohne Hydrodistention und 22 Probanden eine transurethale Resektion kombiniert mit einer Hydrodistention. Beide Gruppen zeigten nach der Behandlung eine Reduktion des Schmerzes und eine allgemeine Verbesserung der Symptome, was darauf hinweist dass kein Unterschied zwischen den beiden Behandlungsmethoden besteht. Die kombinierte Behandlung zeigte jedoch zudem eine Erhöhung der Blasenkapazität und eine Verbesserung der Miktionsfrequenz. Dies zeigt, dass eine transurethale Resektion kombiniert mit einer Hydrodistention Vorzüge gegenüber einer alleinigen TUR hat bei Patienten mit einer ulzerativen IC.

Quelle:  Lee SW, Kim WB, Lee KW, Kim JM, Kim YH, Lee B, Kim JH. Transurethral Resection Alone Versus Resection Combined with Therapeutic Hydrodistention as Treatment for Ulcerative Interstitial Cystitis: Initial Experience with Propensity Score Matching Studies. Urology. 2016 Oct 5. pii: S0090-4295(16)30688-4. doi: 10.1016/j.urology.2016.09.038. [Epub ahead of print]

Zurückliegende Rückenoperationen stellen bei IC Patienten, welche eine Neuromodulation brauchen, keine Probleme dar

Patienten, die eine Rückenoperation in  der Vergangenheit hatten zeigen manchmal Harnwegsprobleme. Es besteht die Befürchtung, dass IC Patienten, welche eine Rückenoperation hatten Probleme bei einer Neuromodulation zeigen könnten. Die Neuromodulation stellt dabei eine Behandlungsmethode dar, welche ein direktes Implantat beinhaltet, dass eine veränderte Reizweiterleitung der Nerven induziert. Um diese Frage zu klären, charakterisierten und evaluierten Wissenschaftler 506 Patienten, von denen 106 eine Rückenoperation aufweisen. Diese 106 Patienten waren im Durchschnitt älter und zeigten eine  Drangharninkontinenz. Die Implantation für die Neurostimulation zeigte auch bei dieser Patientengruppe eine Wirksamkeit und hatte dieselben Auswirkungen auf das Symptomlevel der IC und die Lebensqualität im Vergleich zu der Gruppe, welche keine Rückenoperation im Vorfeld hatte. Die Patienten mit einer Rückenoperation zeigten zudem eine Verbesserung der Harndranginkontinenz nach einer Neuromodulation. Den einzigen Unterschied den die Wissenschaftler feststellen konnten war, dass keine signifikante Besserung des Harnvolumens vorliegt. Die meisten Patienten mit einer Neuromodulation zeigten dabei eine Verbesserung der Symptomatik im Allgemeinen. Basierend auf diesen Ergebnissen schlossen die Forscher, dass eine Neuromodulation eine angemessene Behandlungsmethode der IC darstellt unabhängig davon ob eine Rückenoperation im Vorfeld stattgefunden hat.

Quelle: Bartley JM, Killinger KA, Boura JA, Gupta P, Gaines N, Gilleran JP, Peters KM. The impact of prior back surgery on neuromodulation outcomes: A review of over 500 patients. Neurourol Urodyn. 2016 Sep 27. doi: 10.1002/nau.23140. [Epub ahead of print]

Eine Studie zeigt, dass Hyaluronsäure/Chondroitin Sulfat eine bessere Wirksamkeit zu haben scheint als DMSO

Kürzlich veröffentlichte Studien zeigen, dass eine Behandlung der IC mit Hyaluronsäure kombiniert mit Chondroitin Sulfat eine potentiell erfolgversprechende Therapieoption darstellt. In dieser Studie verglichen die Wissenschaftler die Wirksamkeit von Hyaluronsäure/Chondriotin Sulfat (HA/CS) mit der von Dimethylsulfoxid (DMSO) bei 110 IC Patienten. Zweidrittel der Patienten erhielten dabei HA/CS und ein Drittel DMSO. Beide Medikamente wurden dabei mittels Katheter über einen Zeitraum von 13 Wochen direkt in die Blase verabreicht. Die Patienten wurden sechs Monate nach Beginn der Behandlung evaluiert. Dabei wurde festgestellt, dass beide Gruppen eine signifikante Reduktion des Schmerzes aufzeigen. Bei genauerer Betrachtung der Gruppen und genauem einhalten des Behandlungsplans stellte sich heraus, dass die Schmerzreduktion bei Patienten, die mit HA/CS behandelt wurden stärker ist. Zudem wurden Nebenwirkungen bei einer Behandlung mit HA/CS nur bei 2% der Patienten beobachtet wohingegen 22% der Patienten die mit DMSO behandelt wurden Nebenwirkungen zeigten. Auch wenn beide Behandlungen zu einer Steigerung der Lebensqualität führen, weist eine Behandlung mit HA/CS ein günstigeres Kosten –Wirksamkeitsprofil auf in dieser Studie.

Quelle: Cervigni M, Sommariva M, Tenaglia R, Porru D, Ostardo E, Giammò A, Trevisan S, Frangione V, Ciani O, Tarricone R, Pappagallo GL. A randomized, open-label, multicenter study of the efficacy and safety of intravesical hyaluronic acid and chondroitin sulfate versus dimethyl sulfoxide in women with bladder pain syndrome/interstitial cystitis. Neurourol Urodyn. 2016 Sep 21. doi: 10.1002/nau.23091. [Epub ahead of print]

Sensorische Hyperinnervation ermöglicht eine Unterscheidung der IC von der Überaktiven Blase

Schmerz ist eines der Schlüsselsymptome, welches die IC von der Überaktiven Blase (OAB) unterscheidet, wobei Überschneidungen möglich sind. Um einen Marker zu identifizieren, welcher eine Unterscheidung der beiden Krankheitsbilder ermöglicht untersuchten Forscher die sensorische Hyperinnervation und die Expression des Neurotrophins in Blasenbiopsien, sowie das Level des Nerve growth Factors (NGF) in Urinproben von 12 IC Patienten mit und 19 IC Patienten ohne Hunner Läsionen, von 13 OAB Patienten und 12 gesunden Probanden. Dabei analysierten die Forscher mittels immunohistochemischer Untersuchung mit Antikörper gegen Neuronspecific protein gene product 9.5, p75 Neurotrophin Rezeptor (p75NTR), B-lymphozyt Marker CD20 und Mastzell-Tryptase in Biopsien der Probanden, sowie mittels Enzyme linked Immunosorbant Assay (ELISA) das Level des NGFs im Urin der Probanden. Dabei ermöglichte die sensorische Hyperinnervation und die Färbung des basalen urothelialen p75NTR zusammen mit der Bewertung der entzündlichen Lymphozyten und urothelialer Integrität eine Unterscheidung der IC mit und ohne Hunner Läsionen von der OAB. Zudem ermöglichen diese histopathologischen Kriterien eine Identifikation früher Krankheitsstadien oder Oligosymptomatischer/asymtomatischer Fälle was zu einer frühzeitigen Behandlung der Erkrankung führen kann und somit den Fortlauf der Erkrankungen verhindern kann.

Quelle: Regauer S, Gamper M, Fehr MK, Viereck V. Sensory hyperinnervation distinguishes bladder pain syndrome/interstitial cystitis from overactive bladder syndrome. J Urol. 2016 Jul 1. pii: S0022-5347(16)30759-5. doi: 10.1016/j.juro.2016.06.089. [Epub ahead of print]


Wurden wir durch die NGF Biomarker Daten in die Irre geleitet?

Basierend auf Resultaten von Experimenten wird die Genauigkeit der NGF Messung im Urin mit dem meist genutzten Promega NGF Emax ImmunoAssay System in Frage gestellt. Es handelt sich bei diesem Assay um ein reines Sandwich ELISA, welcher vier Schritte bis zur Analyse benötigt. Der Hersteller warnt vor einer potentiellen Kreuz Reaktivität des anti-IgG Reaktions-Antikörpers bei der Anwesenheit von menschlichem IgG in einer Probe. Durch die Erkenntnis, dass in Urin Proben von IC Patienten mit Hunner Läsionen eine erhöhte Konzentration von IgG gefunden wird, wird der letzte Schritt der Assay Vorbereitung als kritisch angesehen, da in diesem Schritt der zweite HRP-gekoppelte Antikörper gegen IgG hinzugefügt wird. Um zu testen ob es zu einer Kreuz Reaktivität kommt, wenn menschliches IgG in der Probe enthalten ist, wurden 14 Urin Proben mit verschiedenen Konzentrationen von IgG getestet. Wurde der monoclonale anti-NGF Antikörper weggelassen kam es zu einer Reaktion, was darauf hinweist, dass eine Kreuz Reaktion stattgefunden hat, da keine Reaktion des NGFs mit dem zweiten Antikörper möglich ist. Auf Grund dieser Erkenntnis schlussfolgern die Autoren, dass dieses Immuno-Assay System nicht für die Detektion des NGFs im Urin geeignet ist. Daher appellieren die Autoren an andere Forscher mit anderen Assays zu experimentieren, um eine geeignetere Methode zu finden die tatsächlichen Konzentrationen des NGFs im Urin zu bestimmen.

Quelle: Gamper S, Moser R; Viereck V; Have we been led astray by the NGF Biomarker Data? Neurology and Urodynamics 2017 36:203-204; DOI 10.1002/nau

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Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

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