ICA Forschungsberichte

Hier haben wir Ihnen eine Übersicht von Arbeiten und Veröffentlichungen zusammengestellt. Die einzelnen Berichte sind den Kategorien Forschung & Entwicklung sowie Therapie & Diagnose zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet.

Die Berichte sind so gruppiert, dass immer 5 Beiträge auf einer Seite angezeigt werden. Im unteren Teil der Seite können Sie die Titel der nächsten 5 Beiträge sehen und zu diesen weiterblättern.


 

Thrombozyten reiche Injektionen aus Eigenblut könnten überraschende Aspekte für die Zukunft der IC Behandlung aufzeigen

Thrombozyten reiches Blutplasma (PRP) ist eine einzigartige medizinische Technik, welche häufig bei Heilungsprozessen von wundem, weichem Gewebe angewendet wird. Bei dieser Technik wird Eigenblut des Patienten abgenommen und anschließend zentrifugiert, um Thrombozyten zu isolieren und anzureichern. Das Isolat wird im folgenden in das verletzte Gewebe injiziert. In dieser Vorbereitungsstudie wollten Wissenschaftler herausfinden, inwiefern diese Therapie auch eine Anwendung bei der Behandlung von IC oder der hämorrhagischen Zystitis darstellt. Dafür benutzten sie den Hasen als Modelorganismus. Dabei wurde bei den Hasen eine Zystitis induziert und die eine Hälfte mit PRP behandelt, während die andere Hälfte keine Behandlung mit PRP bekam und somit als Kontrollgruppe diente. Dabei fanden sie heraus, dass die Hasen, welche mit PRP behandelt wurden eine erhöhte Zellproliferation aufwiesen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Dies wurde mittels mitotischen Index gemessen. Zudem stellten sie fest, dass die behandelte Gruppe eine reduzierte Blutung aufweist. Diese Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen, dass eine Behandlung mit PRP eine potentielle, alternative Option für die Behandlung der IC darstellen könnte. Da es sich um eine Vorbereitungsstudie handelt sind noch weitere Studien an Modelorganismen und Menschen nötig um die Behandlung als eine alternative Option bei IC zu betrachten.

Quelle: Dönmez Mİ, İnci K, Zeybek ND, Doğan HS, Ergen A. The Early Histological Effects of Intravesical Instillation of Platelet-Rich Plasma in Cystitis Models. Int Neurourol J. 2016 Sep;20(3):188-196. Epub 2016 Sep 23.

Nerve-growth-factor ist ein Biomarker, welcher in Zusammenhang mit der Diagnose der IC steht

Biomarker für Harnwegserkrankungen sind wichtige Instrumente, die eine Hilfestellung bei der Diagnose und der potentiellen Behandlung darstellen können. Der Nerve-growth-factor (NGF) wurde dabei in vergangenen Studien oft als Biomarker für IC und der  Überaktiven Blase als Diagnostikum genutzt. Dabei zeigten die durchgeführten Studien häufig widersprüchliche Ergebnisse  in Bezug auf den  Zusammenhang zwischen NGF und IC. Um einen genaueren Aufschluss über die potentiellen Eigenschaften des NGFs als Diagnostikum zu erlangen, führten Forscher ein Metaanalyse von bereits veröffentlichten Studien zu diesem Themengebiet durch. Dabei zogen sie zehn Studien mit in die Analyse ein und erhielten somit 295 Patienten und 290 Kontrollpersonen. Dabei stellte sich heraus, dass das NGF Level des Urins bei IC Patienten erhöht ist. Um diese Ergebnisse zu verifizieren ist es nötig weitere Studien durchzuführen um die Signifikanz dieses Biomarkers zu charakterisieren.

Quelle: Chen W, Ye DY, Han DJ, Fu GQ, Zeng X, Lin W, Liang Y. Elevated level of nerve growth factor in the bladder pain syndrome/interstitial cystitis: a meta-analysis. Springerplus. 2016 Jul 13;5(1):1072. doi: 10.1186/s40064-016-2719-y. eCollection 2016.

Studienrückblicke auf höchstem Niveau suggerieren Hoffnung für die Anwendung von Botulinum Toxin bei IC

Viele Studien suggerieren, dass Botulinum Toxin A eine effektive Behandlung darstellt, um die Symptome der IC  zu kontrollieren. Leider sind viele dieser Studien nicht gründlich genug, da sie beispielsweise keine Kontrollgruppe enthalten. Kürzlich veröffentlichte Studien, welche  von höherer Qualität und kontrolliert waren, ermöglichten Forschern eine Metaanalyse zur Beurteilung der Evidenz-Level in Bezug auf die Wirksamkeit dieser Behandlung. Dabei analysierten die Wissenschaftler sieben randomisierte, kontrollierte Studien und eine retroperspektive Studie. Die Ergebnisse der Analyse zeigten, dass Botulinum Toxin bei Patienten eine erhöhte Reduktion der Beckenschmerzen, eine signifikante Verbesserung der Miktionsfrequenz während des Tages und eine signifikante Verbesserung der allgemeinen IC  Symptome induziert. Die Ergebnisse zeigen, dass Botulinum Toxin eine potentiell wirksame Behandlung der IC darstellt und zu einer Verbesserung der Blasenschmerzen beiträgt und auch andere Symptome der IC reduziert. Zur Verifizierung dieser Ergebnisse sind jedoch weiter Studien mit strukturierterem Studiendesign nötig.

Quelle: Wang J, Wang Q, Wu Q, Chen Y, Wu P. Intravesical Botulinum Toxin A Injections for Bladder Pain Syndrome/Interstitial Cystitis: A Systematic Review and Meta-Analysis of Controlled Studies. Med Sci Monit. 2016 Sep 14;22:3257-67.

Ist Botulinum Toxin die beste intravesikale Behandlung bei IC?

Intravesikale Instillation ist eine Behandlungsstrategie, bei welcher spezifische Substanzen mittels Katheter in die Blase verabreicht werden. Es sind verschiedene intravesikale Behandlungen bei IC möglich. Dabei sind Botulinum Toxin, Bazillus Calmette-Guerin (BCG), Chondroitin Sulfat und Pentosan Polysulfat  neben anderen zu erwähnen. Viele Studien zeigen dabei für alle Optionen eine Wirksamkeit in Bezug auf eine Symptom Reduzierung. Es ist dabei unklar,  welches der Medikamente  den besten Erfolg bei einer intravesikalen Behandlung verspricht. Um die Vorzüge einer Behandlung herauszustellen haben Forscher eine Metaanalyse von klinischen Studien angefertigt, welche 905 IC Patienten repräsentiert. Die Analyse wurde dabei mittels Global Response Assessment (GRA) durchgeführt, was eine Messung des Endpunktes in vielen IC Untersuchungen darstellt. Botulinum Toxin und BCG zeigten dabei eine signifikante Verbesserung des GRAs, wobei Botolinum Toxin die höchste Wahrscheinlichkeit auf zeigt die beste Behandlungsstrategie zu sein. Botulinum Toxin erhöht dabei auch die Blasenkapazität. Die Analyse zeigte auch, dass Pentosan Polysulfat eine signifikante Besserung der Miktionsfrequenz und Dringlichkeit induziert. Ob die Wirksamkeit verschiedener intravesikaler Behandlungen besser ist als die anderer, sollte jedoch in weiteren Studien untersucht werden, um eine Best mögliche Behandlung  bei IC zu finden.

Quelle: Zhang W, Deng X, Liu C, Wang X. Intravesical treatment for interstitial cystitis/painful bladder syndrome: a network meta-analysis. Int Urogynecol J. 2016 Sep 10. [Epub ahead of print

Eine Behandlung mit Hyaluronsäure kann die Symptome lindern und die Lebensqualität steigern

In diesem systematischen Rückblick und Meta-Analyse von kürzlich veröffentlichten Studien haben Forscher versucht die potentiellen Vorzüge von Hyaluronsäure und Hyaluronsäure in Kombination mit Chondroitin Sulfat als Behandlung einer IC zu ergründen. Diese Medikamente werden intravesikal oder direkt in die Blase mit einem Katheter gegeben. Auch wenn diese Art der Behandlung in verschiedenen Behandlungsleitlinien empfohlen wird, ist es wichtig Effekte der Behandlung weiter zu charakterisieren und den Vorteil dieser Behandlung für IC Patienten herauszustellen.  In ihrem Rückblick analysierten die Forscher zehn Publikationen und schlossen somit 390 IC Patienten mit ein. Dabei stellte sich heraus, dass eine Behandlung mit Hyaluronsäure zu einer signifikanten Besserung der Schmerzsymptomatik und weiteren Symptomen führt. Als Messgröße verwendeten die Forscher dabei die Visual analog Scale (VAS) als Maß für die Verbesserung der Schmerzsymptomatik und fanden heraus, dass in neun der zehn Studien eine Verbesserung des VAS zu beobachten war. Auf diesen Ergebnissen basierend schlossen die Autoren, dass eine intravesikale Instillationstherapie mit Hyaluronsäure und Hyaluronsäure in Kombination mit Chondroitin Sulfat eine potentielle Behandlungsmethode für IC darstellt.

Quelle: Pyo JS, Cho WJ. Systematic Review and Meta-Analysis of Intravesical Hyaluronic Acid and Hyaluronic Acid/Chondroitin Sulfate Instillation for Interstitial Cystitis/Painful Bladder Syndrome. Cell Physiol Biochem. 2016;39(4):1618-1625. Epub 2016 Sep 15

  • Literatur

    An dieser Stelle geben wir Ihnen Buch- und andere Literaturtipps zum Thema IC und Vulvodynie.

     

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  • Behandlungsmethoden

    Erhalten Sie eine kleine Übersicht über den aktuellen Stand zur Behandlung der IC

     

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  • Ernährungsratgeber

    Mit unserem Ernährungsratgeber zeigen wir Ihnen, wie Ihnen eine Ernährungsumstellung helfen kann.

     

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  • Informationsvideo

    mit der freundlichen Genehmigung von Prof. Ueda können wir Ihnen hier das Video einer Blasenspiegelung bei Interstitieller Cystitis zeigen.

     

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über uns

Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

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