ICA Forschungsberichte

Hier haben wir Ihnen eine Übersicht von Arbeiten und Veröffentlichungen zusammengestellt. Die einzelnen Berichte sind den Kategorien Forschung & Entwicklung sowie Therapie & Diagnose zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet.

Die Berichte sind so gruppiert, dass immer 5 Beiträge auf einer Seite angezeigt werden. Im unteren Teil der Seite können Sie die Titel der nächsten 5 Beiträge sehen und zu diesen weiterblättern.


 

Eine Behandlung mit Hyaluronsäure kann die Symptome lindern und die Lebensqualität steigern

In diesem systematischen Rückblick und Meta-Analyse von kürzlich veröffentlichten Studien haben Forscher versucht die potentiellen Vorzüge von Hyaluronsäure und Hyaluronsäure in Kombination mit Chondroitin Sulfat als Behandlung einer IC zu ergründen. Diese Medikamente werden intravesikal oder direkt in die Blase mit einem Katheter gegeben. Auch wenn diese Art der Behandlung in verschiedenen Behandlungsleitlinien empfohlen wird, ist es wichtig Effekte der Behandlung weiter zu charakterisieren und den Vorteil dieser Behandlung für IC Patienten herauszustellen.  In ihrem Rückblick analysierten die Forscher zehn Publikationen und schlossen somit 390 IC Patienten mit ein. Dabei stellte sich heraus, dass eine Behandlung mit Hyaluronsäure zu einer signifikanten Besserung der Schmerzsymptomatik und weiteren Symptomen führt. Als Messgröße verwendeten die Forscher dabei die Visual analog Scale (VAS) als Maß für die Verbesserung der Schmerzsymptomatik und fanden heraus, dass in neun der zehn Studien eine Verbesserung des VAS zu beobachten war. Auf diesen Ergebnissen basierend schlossen die Autoren, dass eine intravesikale Instillationstherapie mit Hyaluronsäure und Hyaluronsäure in Kombination mit Chondroitin Sulfat eine potentielle Behandlungsmethode für IC darstellt.

Quelle: Pyo JS, Cho WJ. Systematic Review and Meta-Analysis of Intravesical Hyaluronic Acid and Hyaluronic Acid/Chondroitin Sulfate Instillation for Interstitial Cystitis/Painful Bladder Syndrome. Cell Physiol Biochem. 2016;39(4):1618-1625. Epub 2016 Sep 15

Kanadische Urologen veröffentlichen eine umfassende Leitlinie zur Behandlung von IC

Die kanadisch urologische Assoziation veröffentlicht eine umfassende Leitlinie zur Diagnose und Behandlung der IC, welche mehr als 200 Publikationen umfasst. Diese Leitlinie basiert nicht nur auf aktuellen Publikationen aus dem medizinischen Bereich sie beinhaltet auch Experten Meinungen die auf Konferenzen diskutiert wurden. Diese Leitlinie beinhaltet außerdem Noten die mit dem Evidenzlevel korrelieren und somit jede Empfehlung unterstützen. Zum Beispiel bekommt die Bildung der Patienten die Note A und wird für alle Patienten empfohlen, Physiotherapie und Massagen erhalten die Note B und werden allen Patienten mit Beckenboden Dysfunktion empfohlen. Trigger Punkt Injektionen erhalten die Note D und werden nur Patienten mit Trigger Punkt Schmerzen empfohlen. Alles in allem enthält diese Leitlinie eine Zusammenfassung von Behandlungsempfehlungen die 29 Therapie Optionen umfasst. Diese Zusammenfassung ist eine Bereicherung für kanadische Mediziner, weil dort nur zwei anerkannte Behandlungsoptionen bestehen. Zum einen eine orale Medikation mit Pentosan Polysulfat und eine intravesikale Behandlung mit DMSO. Darüber hinaus versuchten die Autoren eine optimale Therapie für verschiedene Patientengruppen zu identifizieren, falls dies möglich ist. Das Ziel dieser Leitlinie ist es einen auf den Patienten abgestimmten Therapie Plan zu erstellen, und nicht für jeden Patienten dieselbe traditionelle Behandlung durchzuführen.  Die Autoren sind davon überzeugt, dass eine individuelle Behandlung das beste Resultat für die Patienten liefert.

Quelle: Cox A, Golda N, Nadeau G, Curtis Nickel J, Carr L, Corcos J, Teichman J. CUA guideline: Diagnosis and treatment of interstitial cystitis/bladder pain syndrome. Can Urol Assoc J. 2016 May-Jun;10(5-6):E136-E155. Epub 2016 May 12.

Frauen mit IC bevorzugen Ärzte, die Informationen bereitstellen, verschiedene Möglichkeiten aufzeigen und Hoffnung vermitteln

In diesem Bericht zeigen die Autoren wie entkräftend die IC für Betroffene sein kann. Dabei zeigen sie auch, wie wichtig das Verhältnis zwischen Patienten und behandelndem Arzt für die Betroffenen ist.  Die Autoren begleiteten vier Gruppen, welche 15 Patientinnen mit IC beinhalteten. Jede Gruppe wurde von mindestens drei ärztlichen Gutachtern erfasst, umschrieben und analysiert. Die Patienten wurden dabei nach ihrer Erfahrung als ein Patient mit IC Symptomen, der medizinischen Versorgung die sie für die Behandlung der IC erhielten und wie Ihre Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung verbessert werden kann,  befragt. Im Durchschnitt waren die Teilnehmerinnen 52 Jahre alt und erhielten die Diagnose IC vor etwa sechs Jahren. Unter der Verwendung der so genannten „grounded theory“ Technik, war es den Wissenschaftlern möglich viele Schlüsselelemente zu identifizieren, die die Erfahrungen der IC Patienten typisieren: Die Erkrankung ist häufig entkräftend, der Verlauf ist nicht vorhersehbar und unerbittlich und die Patienten fühlen sich häufig isoliert. Bemerkenswerterweise kam in jeder Gruppe der Aspekt zum Vorschein, dass Patienten über einen Selbstmord nachdenken. Wenn die Probanden gefragt wurden was sie von ihrem Arzt erwarten, sagten sie, dass sie gerne Ärzte hätten, die Informationen zur IC  bereitstellen, einen Behandlungsplan sowie Behandlungsoptionen zur Verfügung stellten und Hoffnung sowie Optimismus in Bezug auf den Behandlungserfolg vermitteln. Diese Resultate zeigen, dass Ärzte benötigt werden, welche sensibel eine gesundheitliche Versorgung für Patienten mit dieser entkräftenden Erkrankung bereitstellen. Diese Erkenntnisse sind sehr wichtig, da bisherige Studien ihren Fokus auf quantitative Daten richten. Diese Studie liefert qualitative Daten die Einblicke in die bestmögliche Versorgung der Patienten ermöglichen, die durch traditionelle quantitative Techniken nicht erfasst werden können.

Quelle: Kanter G, Volpe KA, Dunivan GC, Cichowski SB, Jeppson PC, Rogers RG, Komesu YM. Important role of physicians in addressing psychological aspects of interstitial cystitis/bladder pain syndrome (IC/BPS): a qualitative analysis. Int Urogynecol J. 2016 Aug 31. [Epub ahead of print]

Patienten mit Sjögren´s Syndrom könnten auch IC haben

Trockene Augen und ein trockener Mund sind zwei gewöhnliche Symptome des Sjögren´s Syndrom, einer Erkrankung des Immunsystems, welche häufig bei Patienten mit anderen Erkrankungen, wie Lupus oder Rheumatoide Arthritis auftritt. Neu erschienene Berichte weisen Ärzte darauf hin, bei Patienten mit Sjögren´s Syndrom auch auf Blasensymptome zu achten, welche möglicherweise auf eine IC Erkrankung hinweisen. In einem Bericht beschreiben die Autoren eine weibliche Patientin, welche vor 23 Jahren am Sjörgen´s Syndrom erkrankt ist und eine IC im weiteren Verlauf entwickelt hat. Die Behandlung nach der IC Diagnose war eine immunsuppressive Therapie: Tacrolimus und Prednisolon, eine Behandlung ähnlich zu jener welche sie zuvor für ihre Autoimmunerkrankung erhielt. In den Augen der Autoren half diese Behandlung  auch die Symptome der IC zu mindern. Der Grund weshalb Patienten mit Sjörgen´s Syndrom auch eine IC entwickeln ist noch nicht genau bekannt, aber es existieren auch viele andere Observationsstudien, welche einen potenziellen Zusammenhang zwischen beiden Krankheitsbildern vermuten lassen. Daraus schlussfolgern die Autoren, dass Sjörgen´s Syndrom Patienten, welche zusätzlich nicht erklärbare Blasensymptome zeigen, eine immunsuppressive Therapie erhalten sollten.

Quelle: Ueda Y, Tomoe H, Takahashi H, Takahashi Y, Yamashita H, Kaneko H, Kano T, Mimori A. Interstitial cystitis associated with primary Sjögren’s syndrome successfully treated with a combination of tacrolimus and corticosteroid: A case report and literature review. Mod Rheumatol. 2016;26(3):445-9. doi: 10.3109/14397595.2014.895283. Epub 2014 Apr 11.

Neurologische Studien zeigen neue Einblicke wie Frauen mit IC Blasenempfindungen entwickeln

In kürzlich veröffentlichten Studien konnte gezeigt werden, dass gesunde Menschen bei einem schmerzhaften Stimulus eine erhöhte Durchblutung in bestimmten Gehirnarealen zeigen. Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Folge zeigen weibliche IC Patienten bei erhöhtem Blasenempfinden einen veränderten zerebralen Blutfluss. Die Studie umfasst elf IC Patientinnen bei denen drei Gehirn-Scans durchgeführt wurden: Ein Scan mit voller Blase, ein Scan mit entleerter Blase und ein Scan unter Hitze induziertem Schmerz. Zum Vergleich wurde diese Untersuchung unter gleichen Konditionen bei elf gesunden Probanden durchgeführt. Bei einer gefüllten Blase konnte bei IC Patienten beobachtet werden, dass eine erhöhte Durchblutung in Gehirnarealen, welche mit Schmerz, Emotion und motorischer Kontrolle in Verbindung stehen, stattfindet. Im Kontrast dazu konnte bei IC Patienten für die beiden anderen Konditionen keine großen Unterschiede bei der Gehirndurchblutung im Vergleich zur Kontrollgruppe beobachtet werden. Diese Unterschiede in der Durchblutung bei gefüllter Blase zeigen, dass IC Patienten Blasenempfindungen anders verarbeiten als gesunde Menschen. Diese Ergebnisse könnten Wissenschaftlern helfen ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln wie und warum Frauen mit IC Schmerz empfinden.

Quelle: Deutsch G, Deshpande H, Frölich MA2, Lai HH, Ness TJ. Bladder Distension Increases Blood Flow in Pain Related Brain Structures in Subjects with Interstitial Cystitis. J Urol. 2016 Sep;196(3):902-10. doi: 10.1016/j.juro.2016.03.135. Epub 2016 Mar 24

  • 1
  • 2
  • 3

über uns

Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

weiterlesen

Ihr Kontakt zu uns ...

Sie haben Fragen oder Sie wollen uns etwas über sich mitteilen?

Sie haben etwas an uns zu kritisieren?

Dann nutzen Sie unsere Formular zur Kontaktaufnahme

Ihre Nachricht für uns

Impressum

ICA-Deutschland e.V. Förderverein Interstitielle Cystitis
MICA - Multinational Interstitial Cystitis Association
Herr Jürgen Hensen
Untere Burg 21
D-53881 Euskirchen

eingetragen im Vereinsregister Euskirchen unter der Nummer VR 913

vollständiges Impressum