ICA Forschungsberichte

Hier haben wir Ihnen eine Übersicht von Arbeiten und Veröffentlichungen zusammengestellt. Die einzelnen Berichte sind den Kategorien Forschung & Entwicklung sowie Therapie & Diagnose zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet.

Die Berichte sind so gruppiert, dass immer 5 Beiträge auf einer Seite angezeigt werden. Im unteren Teil der Seite können Sie die Titel der nächsten 5 Beiträge sehen und zu diesen weiterblättern.


 

Ein neuer Leitfaden hilft einen einheitlichen Sprachgebrauch in Bezug auf IC und anderen Beckenschmerzsyndromen zu etablieren

Experten der ganzen Welt haben zusammen gearbeitet um einen ersten Leitfaden zu erstellen, welcher einen einheitlichen Sprachgebrauch in Bezug auf die Diagnose, Behandlung sowie Studien-Design zu Beckenschmerzsyndromen etablieren soll. Die erste Standardterminologie bei Beckenschmerz Syndromen der ICS (Internationale Kontinenz Gesellschaft) wird nicht nur das Verständnis der Erkrankung verbessert, sondern wird in gleicher Weise Ärzten und Wissenschaftlern ermöglichen, eine einheitliche Patientenversorgung bereitzustellen und Studien zu vielversprechenden Therapieoptionen durchzuführen.  Der Leitfaden deckt viele Aspekte des Beckenschmerzsyndroms ab und gibt spezifische Hinweise zur IC. Von großer Bedeutung ist, dass die Autoren sorgfältig die Unterschiede zwischen Konditionen, Erkrankung und Syndromen erklären. Sie verzeichnen, dass IC ein Syndrom ist, definiert als eine Kondition die eine Vielfalt von Symptomen und Zeichen gleichzeitig zeigt, was auf eine Erkrankung ohne offensichtliche pathologische Befunde hinweist.  Sie definieren die IC namentlich als einen „persistierenden oder wiederkehrenden chronischen Beckenschmerz, Druck oder Missempfindung in Zusammenhang mit der Blase, welcher von mindestens einem anderen Harnwegssymptom begleitet wird.“ Die Autoren hoffen, dass dieser Leitfaden helfen wird, diesen Bereich durch bessere Klassifikation der Patienten, bessere klinische Studien und effektivere Medikamente  voran zu bringen. Sie mahnen, dass dieser Leitfaden erst der Startpunkt ist um Patienten spezifisch zu evaluieren, was  individualisiert auf die Empfindungen der einzelnen Patienten abgestimmt werden muss.

Quelle: Doggweiler R, Whitmore KE, Meijlink JM, Drake MJ, Frawley H, Nordling J, Hanno P, Fraser MO, Homma Y, Garrido G, Gomes MJ, Elneil S, van de Merwe JP, Lin AT, Tomoe H. A standard for terminology in chronic pelvic pain syndromes: A report from the chronic pelvic pain working group of the international continence society. Neurourol Urodyn. 2016 Aug 26. doi: 10.1002/nau.23072. [Epub ahead of print]

Eine Untersuchung von Blasengewebe zeigte Unterschiede zwischen Hunner-IC und nicht Hunner-IC

In dieser Studie untersuchten Wissenschaftler sehr genau Blasengewebe von IC Patienten um Unterschiede auf zellulärer Ebene zwischen Hunner-IC und nicht Hunner-IC zu ermitteln. Hunner-IC ist die nicht so verbreitete Variante der IC, die mit schweren Symptomen  einhergehen kann. Um Unterschiede herauszustellen, wurden Blasenwand-Biopsie-Proben von 14 Hunner-IC  Patienten und von 14 nicht Hunner-IC Patienten untersucht.  Wie erwartet zeigten die Hunner-IC Patienten einen signifikant erhöhten Schmerzlevel sowie eine geringere Blasenkapazität im Vergleich zu den nicht Hunner-IC Patienten. Es wurde bei Hunner-IC Patienten zudem festgestellt, dass vermehrt moderate bis starke Infiltrationen von eosinophilen Zellen zu finden sind, die an entzündlichen Prozessen beteiligt sind und zu den weißen Blutkörperchen gezählt werden. Zudem zeigte das Blasengewebe von Hunner-IC Patienten eine Abtragung oder einen kompletten Verlust der protektiven Oberflächengewebe. Außerdem konnte eine veränderte Expression von E-Cadherin und eine signifikant gesteigerte Expression von endothelial nitric oxide synthase gefunden werden. Vor allem die gesteigerte Expression von endothelial nitric oxide synthase soll dabei eine entscheidende Rolle spielen ob eine Hunner-IC oder eine nicht Hunner IC ausgebildet wird.

Quelle: Jhang JF, Hsu YH, Kuo HC. Urothelial Functional Protein and Sensory Receptors in Patients with Interstitial Cystitis/Bladder Pain Syndrome with and Without Hunner’s Lesion. Urology. 2016 Aug 26. pii: S0090-4295(16)30542-8. doi: 10.1016/j.urology.2016.08.029. [Epub ahead of print]

Wissenschaftler konnten zwei mit Entzündungen in Beziehung stehende Gene identifizieren,  welche möglicherweise mit IC in Verbindung gebracht werden können

In einer Studie wurden zwei mit Entzündungen in Beziehung stehende Gene identifiziert, die bei Personen mit IC eine erhöhte Expression aufweisen. Diese Entdeckung kann neue Aspekte zur Behandlung der Erkrankung liefern. Die Unterschiede in der Expression der Gene wurde durch Analysen des Expressionsmusters von Blasen-Biopsien entdeckt. Die Wissenschaftler untersuchten dabei 15 Biopsien von IC-Patienten und 15 Biopsien von nicht Betroffenen Personen. Sie untersuchten dabei 96 Gene die mit Entzündungen in Verbindung gebracht werden und fanden eine Überexpression von FGF7 und CCL21, welche vermutlich an den klinischen Befunden beteiligt sind. Die Funktion der Gene wurde darauffolgend im Tiermodell getestet und das Gen CCL21 scheint dabei mit Blasenschmerzen in Verbindung zu stehen. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass FGF7 und CCL21 vermutlich an der Entwicklung der IC beteiligt sind und erhoffen sich, basierend auf diesen Ergebnissen, mögliche  Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Quelle: Offiah I, Didangelos A, Dawes J, Cartwright R, Khullar V, Bradbury EJ, O’Sullivan S, Williams D, Chessell IP, Pallas K, Graham G, O’Reilly BA, McMahon SB. The Expression of Inflammatory Mediators in Bladder Pain Syndrome. Eur Urol. 2016 Aug;70(2):283-90. doi: 10.1016/j.eururo.2016.02.058. Epub 2016 Mar 7.

Frauen mittleren Alters mit IC haben ein erhöhtes Risiko für eine Hysterektomie

Hysterektomie stellt eine der letzten Behandlungsmethoden bei Becken Schmerz Patienten dar. Der Erfolg dieser Behandlung ist vom Pateinten abhängig. Um zu untersuchen ob IC Patienten häufiger von dieser Operation betroffen sind als andere Patienten wurden die Datenbanken von Versicherungen analysiert. Um dies zu evaluieren wurden Unterlagen von weiblichen IC Pateinten analysiert, welche zwischen 2002-2013 die Diagnose IC erhielten und im folgendem eine Hysterektomie erhielten. Zum Vergleich wurden Daten von Frauen mit gleichem demografischem Hintergrund ohne IC Diagnose herangezogen. Die Patienten beider Gruppen wurden dabei in drei Kategorien unterteilt (jung, mittleren Alters, alt). Bei der Analyse der Daten, stellte sich heraus, dass IC Patienten mittleren Alters doppelt so häufig eine Hysterektomie erhielten im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Hysterektomie wurde dabei meist drei Jahre nach Diagnose Stellung durchgeführt. Diese Daten sind sehr wichtig, da bei IC Patienten die Symptome oft mit anderen Erkrankungen korrelieren was zu einer unangebrachten Hysterektomie führt. Um diese Operation zu vermeiden ist es sehr wichtig potentielle IC Patienten genau zu evaluieren um eine zweckwidrige Behandlung zu unterbinden.

Neurologische Messungen könnten neue Wege zur Verfügung stellen, die eine Unterscheidung von IC und anderen Erkrankungen ermöglichen

In dieser Studie wurde untersucht, inwiefern die so gennannte sensorische Hyperinnervation als Marker zur Identifizierung von IC genutzt werden kann und inwiefern sich diese Messungen bei IC Patienten von den Messungen Patienten anderer Erkrankungen unterscheiden. Dazu wurden Biopsien von IC Patienten beider Typen, Pateinten der OAB und gesunden Individuen untersucht. Dabei wurden die sensorische Hyperinnervation und die Expression des nerve growth factors (NGF) gemessen. Es gelang hierbei die IC von der OAB auf Grund von Messung der sensorischer Hyperinnervation, NGF Färbung und Evaluation von Leukozyten im Blut sowie die Integrität der Blasenschleimhaut zu unterscheiden. Die Benutzung dieser Kriterien zur Diagnose der IC könnte Behandelnden Therapeuten helfen die Erkrankung im frühen Krankheitsverlauf zu identifizieren und somit eine schnelle Behandlung einzuleiten um eine Verschlimmerung der Symptomatik zu verhindern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu unterbinden.

Quelle: Regauer S, Gamper M, Fehr MK, Viereck V. Sensory hyperinnervation distinguishes bladder pain syndrome/interstitial cystitis from overactive bladder syndrome. J Urol. 2016 Jul 1. pii: S0022-5347(16)30759-5. doi: 10.1016/j.juro.2016.06.089. [Epub ahead of print]

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Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

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