ICA Forschungsberichte

Hier haben wir Ihnen eine Übersicht von Arbeiten und Veröffentlichungen zusammengestellt. Die einzelnen Berichte sind den Kategorien Forschung & Entwicklung sowie Therapie & Diagnose zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet.

Die Berichte sind so gruppiert, dass immer 5 Beiträge auf einer Seite angezeigt werden. Im unteren Teil der Seite können Sie die Titel der nächsten 5 Beiträge sehen und zu diesen weiterblättern.


 

Stress-activated-phosphokinasen sind bei der Entwicklung von IC involviert

c-Jun N-terminale Kinasen/ Stress-activated-phosphokinasen sind häufig an entzündlichen Prozessen im Körper beteiligt. Dabei sind sie auf zellulärer Ebene an der Signaltransduktion beteiligt. Forscher fanden heraus, dass sowohl bei IC Patienten als auch im Tiermodell die Aktivität dieses Signalweges erhöht ist. Dabei konnte in Blasen Gewebeproben von Betroffenen der Signalweg identifiziert werden und mit  resultierenden  Entzündungen im Blasengewebe in Verbindung gebracht werden. Durch einen Stress-activated-phosphokinase Inhibitor (SP600125) konnte die Expression des Kinase-Systems vermindert werden, was in Tierversuchen einen protektiven Schutz gegen IC bestätigt. Diese Form von Therapie mit JKN Inhibitoren könnte somit in Zukunft auch eine effektive Anwendung für Betroffene darstellen.

Quelle: Zhao J, Wang L, Dong X, Hu X, Zhou L, Liu Q, Song B, Wu Q, Li L. The c-Jun N-terminal kinase (JNK) pathway is activated in human interstitial cystitis (IC) and rat protamine sulfate induced cystitis. Sci Rep. 2016 Feb 17;6:19670. doi: 10.1038/srep19670

Blasenschmerz ist mit Veränderungen in der Gehirn Funktion verbunden

In dieser Studie wurde die Aktivität verschiedener Gehirn Areale in Bezug auf den Zusammenhang mit Blasenschmerzen untersucht. Dabei wurde sowohl bei Betroffenen Patienten als auch im Tiermodell Untersuchungen zur Gehirn Aktivität vorgenommen. Dabei konnte erkannt werden, dass Thalamus, Hypothalamus, Amygdala, Cerebrale Cortex und andere Regionen betroffen sind. Bei einer Erkrankung kommt es zu funktionellen und molekularen Veränderungen in diesen Regionen. Basierend auf dieser Erkenntnis könnte der Übergang von akuter zu chronischer Erkrankung anhand von Aktivitätsveränderungen im Gehirn erkannt werden.

Quelle: Sadler KE, Kolber BJ. Urine trouble: Alterations in brain function associated with bladder pain. J Urol. 2016 Feb 20. pii: S0022-5347(16)00365-7. doi: 10.1016/j.juro.2015.10.198.

Neue Studie zur Schmerzweiterleitung zeigt neue Angriffspunkte zur Schmerzreduktion bei IC

Da Schmerzen in vielen Fällen der IC ein Hauptsymptom darstellen, ist es von großem Interesse die zellulären und molekularen Mechanismen der Schmerzweiterleitung zu identifizieren. In einer neu angelegten Studie wurden dabei herausgefunden, dass der Protease aktivierte Rezeptor 4 im Urothel maßgeblich an der Schmerz Entstehung beteiligt ist. Dies ist durch die Ausschüttung des Urothel Makrophagen Migration Inhibierenden Faktors (MIF) zu begründen. Des Weiteren wurde auch die Beteiligung des High mobility group box-1 (HMGB1) Proteins im klinischen IC Model entdeckt. In Tierversuchen konnte so nachgewiesen werden,  dass eine Blockierung des MIF und HMGB1 zu einer reduzierten Hypersensitivität der Blase und somit zu einer Schmerzreduktion führt. Diese beiden Angriffspunkte in der Schmerzkaskade könnten somit ein neues Ziel in der Behandlung von IC darstellen.

Quelle: Kouzoukas DE, Ma F, Meyer-Siegler KL, Westlund KN, Hunt DE, Vera PL. Protease-Activated Receptor 4 Induces Bladder Pain through High Mobility Group Box-1. PLoS One. 2016 Mar 24;11(3):e0152055. doi: 10.1371/journal.pone.0152055. eCollection 2016

Eine neue Studie zeigt den Zusammenhang zwischen Ketamin Missbrauch und Blasen Schäden

Ketamin induzierte Zystitis wird durch den Missbrauch der Droge Ketamin induziert. Das Ketamin verursacht dabei einen Programmierten Zelltod der Urothel Zellen und zerstört somit die Auskleidung der Blase indem die Schleimhaut zerstört wird. Verschiedenste Konzentrationen des Ketamins wirken dabei toxisch auf die Zellen des Urothels. Das Ketamin selbst und deren Stoffwechselprodukte sind dabei an der Zerstörung des schützenden Urothels beteiligt.  

Quelle: Baker SC, Shabir S, Georgopoulos NT, Southgate J. Ketamine-Induced Apoptosis in Normal Human Urothelial Cells: A Direct, N-Methyl-d-Aspartate Receptor-Independent Pathway Characterized by Mitochondrial Stress. Am J Pathol. 2016 Mar 16. pii: S0002-9440(16)00073-0. doi: 10.1016/j.ajpath.2015.12.014

Trotz eindeutiger Symptome, wie erhöhtem Harndrang, Dringlichkeit und Schmerzen beim Wasser lassen kommt es häufig noch zu Fehldiagosen bei IC

Eine Studie mit 100 weiblichen IC Patienten sollte Aufschluss über die Symptome geben, welche in frühen Stadien der IC zu beobachten sind, um den betroffenen Personen schneller eine dem Krankheitsbild entsprechenden Behandlung zu ermöglichen. Dazu füllten die 100Probandinen Fragebögen aus die anschließend analysiert wurden. Dabei stellte sich heraus, dass erhöhter Harndrang (81%) aber auch Dringlichkeit und Schmerzen beim Wasserlassen zu den ersten Symptomen gehören. Obwohl diese Symptome bei 81% der Patientinnen im Alter von 30 Jahren auf traten und bei 21% der Probandinnen in einem Kindheitsalter (Zehn und jünger), wurde die Diagnose IC meist erst in einem Alter von 40 Jahren gestellt. Dies zeigt, dass es bezüglich dieser Erkrankung eine Wissenslücke bei den behandelnden Ärzten gibt, welche durch eine bessere Informationspolitik verringert werden kann. Dies würde zum einen den Patienten eine schnellere und effektivere Behandlung der Symptome ermöglichen und zum anderen auch Behandlungskosten sparen.

Quelle: Parsons CL. How does interstitial cystitis begin? Transl Androl Urol. 2015 Dec;4(6):605-10. doi: 10.3978/j.issn.2223-4683.2015.11.02

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Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

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